
Die Begriffe "Lesben, lesbisch" gehen auf die griechische Insel Lesbos zurück, auf der etwa 600 v. Chr.. die Dichterin Sappho lebte, die lesbisch gelebt haben soll.
Die Gesamtheit lesbisch orientierter Frauen ist nicht bekannt.
Nichtamtliche Schätzungen, gehen in der BRD von mehreren
100.000 bis 2 Mill. Lesben aus, was einem Anteil lesbisch lebender
Frauen von ca 1% - 2% entspricht. Der Kinsey-Report nennt eine Zahl
von 2% ausschließlich lesbisch lebender Frauen, während
nach Hite ca. 11% der Frauen Lesben sind.
Der Mikrozensus schätzt die Zahl gleichgeschlechtlicher
Lebensgemeinschaften 1999 auf ca. 41.400, was einem Anteil
gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften an allen gesetzlich
legitimierten Paaren von 0,61% entspricht. Überträgt man
das Zahlenmaterial aus anderen Staaten auf Deutschland, so
wären 165.000 bis 2.5 Mill. gleichgeschlechtlicher
Lebensgemeinschaften denkbar.
| Nicht eheliche Lebensgemeinschaften mit gleichgeschlehtlichen Partnern in Deutschland 1996 bis 1999 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gegenstand der Nachweisung | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 |
| Anzahl gleichgeschlechtlcher Lebensgemeinschaften | 38.000 | 39.000 | 44.000 | 41.400 |
| darunter mit Kindern (in Prozent!) 1 | (12) | (13) | (16) | (13) |
Lesben leben seltener als Schwule ihre Neigung offen. Fest befreundete Lesben und Lesben aus der Unterschicht sind relativ offen in Bezug auf ihre Homosexualität. Dasselbe gilt für Lesben, die früh ihre gleichgeschlechtliche Neigung gelebt haben. Der Anteil der Lesben, die in verschiedenen Lebensbereichen relativ offen mit ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung umgehen, ist unbekannt. Die einzelnen Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Viele Lesben verheimlichen ihre Lebensweise vor der Familie, weil sie materielle oder emotionale Konflikte erwarten. Innerhalb der Familie scheint für Lesben die Mutter die erste Vertraute zu sein.
Am Arbeitsplatz scheint der Anteil an absoluter Geheimhaltung des lesbisch seins niedriger als in der Familie. Gründe für eine mögliche Geheimhaltung sind aber weniger ökonomischer Art, sondern Lesben befürchten eher eine Verschlechterung des zwischenmenschlichen Klimas.
Da der Freundeskreis von Lesben ggf. nach dem Kriterium der Offenheit für lesbische Beziehungen verändert oder ausgewählt wird, ist die Offenheit von Lesben im Freundeskreis am größten.
Geheimhaltung des lesbisch seins schützt nicht automatisch vor
Diskriminierung. Offenheit bedeutet nicht unbedingt
Diskriminierung. Geheimhaltung nützt weniger den Lesben als
denen, die versuchen, Lesben unsichtbar zu halten.
zitiert aus der Schlusserklärung der
LAG
Lesben in NRW:
"... Lesbisch Leben ist kein geschütztes Recht. Im Gegenteil:
per Gesetz verboten in 44 Staaten, in 68 weiteren Staaten nicht
einmal erwähnt, im Alltag aber wie eine sittenwidriges und
schlimmes Vergehen behandelt: mit Verachtung, Vergewaltigung,
Folter, Haft und Mord. In den meisten Staaten kann weibliche (und
männliche) Homosexualität nur im Geheimen gelebt werden.
Es gibt keine international anerkannten Rechtsinstrumente, in denen
Rechte von Lesben und Schwulen erwähnt wären."